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Die Nachricht aus Berlin erreicht auch Vohenstrauß.
Der „Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet bereits am 1. Februar:
„Der Reichspräsident hat Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.“
Noch ahnen viele Menschen nicht, wie schnell sich ihr Alltag verändern wird.
Bereits sechs Wochen nach der Machtübernahme meldet der Anzeiger:
„In Schutzhaft genommen wurde gestern der Rechtsanwalt Pigerl von hier.“
FÜR VIELE BÜRGER WIRD DEUTLICH:
Die neue Regierung geht gegen politische Gegner vor.
Der „Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet:
„Die Gleichschaltung. Die Neubildung der Gemeindevertretungen.“
und weiter:
„Die Stadt- und Gemeinderäte sind ab 2. April 1933 als aufgelöst zu betrachten.“
Nur zehn Wochen nach Hitlers Ernennung verliert die kommunale Selbstverwaltung ihre Grundlage.
Der Anzeiger berichtet:
„Gleichschaltung bei der gemeinnützigen Baugenossenschaft Vohenstrauß.“
Noch einschneidender:
„Das Eigentum und die Ersparnisse der Vereine wurden durch Mitglieder der NSDAP und Gendarmerie sichergestellt.“
Auch in Vohenstrauß verlieren Vereine ihre Unabhängigkeit.
05. Juli: „Die Ortsgruppe der Bayerischen Volkspartei hat die Auflösung beschlossen.“
06. Juli: „Bayerische Volkspartei und Deutsche Volkspartei haben sich aufgelöst.“
08. Juli: „Der Stadtrat Vohenstrauß setzt sich nunmehr … sämtlich der NSDAP angehörend … zusammen.“
Nach nur fünf Monaten gibt es in Vohenstrauß keine politische Opposition mehr.
Im Anzeiger finden sich nun regelmäßig Meldungen über:
Seit September 1934 befindet sich sogar die Geschäftsstelle der NSDAP-Kreisleitung im Rathaus.
Vohenstraußer Anzeiger, Jahrgänge 1933/34