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Vohenstrauß 1933-1935

Wie die Diktatur in den Alltag einzog

30. Januar 1933

Hitler wird Reichskanzler

Die Nachricht aus Berlin erreicht auch Vohenstrauß.

Der „Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet bereits am 1. Februar:

„Der Reichspräsident hat Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.“

Noch ahnen viele Menschen nicht, wie schnell sich ihr Alltag verändern wird.

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05. März 1933

Die letzte Reichstagswahl

  • Die Wahlbeteiligung im Bezirk Vohenstrauß beträgt laut Anzeiger 85 Prozent.
  • Die NSDAP wird stärkste politische Kraft.
  • Wenige Wochen später existiert jedoch keine politische Konkurrenz mehr.
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14. März 1933

Erste Schutzhaft in Vohenstrauß

Bereits sechs Wochen nach der Machtübernahme meldet der Anzeiger:

„In Schutzhaft genommen wurde gestern der Rechtsanwalt Pigerl von hier.“

FÜR VIELE BÜRGER WIRD DEUTLICH:

Die neue Regierung geht gegen politische Gegner vor.

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23. März 1933

Das Ende der kommunalen Demokratie

Der „Vohenstraußer Anzeiger“ berichtet:

„Die Gleichschaltung. Die Neubildung der Gemeindevertretungen.“

und weiter:

„Die Stadt- und Gemeinderäte sind ab 2. April 1933 als aufgelöst zu betrachten.“

Nur zehn Wochen nach Hitlers Ernennung verliert die kommunale Selbstverwaltung ihre Grundlage.

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April – Mai 1933

Die Stadt wird umgebaut

  • kommissarischer Bürgermeister eingesetzt
  • Stadtrat neu zusammengesetzt
  • Ehrenbürgerwürde für Hitler, Hindenburg und Hans Schemm

Der neue Stadtrat besteht schließlich ausschließlich aus NSDAP-Mitgliedern.

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Die Vereine werden gleichgeschaltet

Juni 1933

Der Anzeiger berichtet:

„Gleichschaltung bei der gemeinnützigen Baugenossenschaft Vohenstrauß.“

Noch einschneidender:

„Das Eigentum und die Ersparnisse der Vereine wurden durch Mitglieder der NSDAP und Gendarmerie sichergestellt.“

Auch in Vohenstrauß verlieren Vereine ihre Unabhängigkeit.

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Juli 1933

Die Parteien verschwinden

05. Juli: „Die Ortsgruppe der Bayerischen Volkspartei hat die Auflösung beschlossen.“

06. Juli: „Bayerische Volkspartei und Deutsche Volkspartei haben sich aufgelöst.“

08. Juli: „Der Stadtrat Vohenstrauß setzt sich nunmehr … sämtlich der NSDAP angehörend … zusammen.“

Nach nur fünf Monaten gibt es in Vohenstrauß keine politische Opposition mehr.

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1933 – 1934

Die Jugend wird erfasst

Der Anzeiger meldet:

  • Hitlerjugend-Appelle
  • Propagandamärsche
  • Kundgebungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern
  • Jungvolk-, BDM- und HJ-Veranstaltungen

Die Erziehung der Jugend wird zunehmend vom Staat kontrolliert.

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1934

Die Diktatur ist Alltag geworden

Im Anzeiger finden sich nun regelmäßig Meldungen über:

  • SA
  • Hitlerjugend
  • Winterhilfswerk
  • Reichsluftschutzbund
  • NSDAP-Versammlungen
  • Volksabstimmungen
  • Propagandaveranstaltungen

Seit September 1934 befindet sich sogar die Geschäftsstelle der NSDAP-Kreisleitung im Rathaus.

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Gefördert durch

Quellenblock

Vohenstraußer Anzeiger, Jahrgänge 1933/34

  • Heimatkundlicher Arbeitskreis Vohenstrauß: „Streifzüge“
  • heimat-now.de (Digitale Sammlung)
  • Staatsarchiv Amberg (Landratsamt Vohenstrauß, NS-Zeit)
  • Kreisarchiv Neustadt a. d. Waldnaab